Tips gegen gewalt

Die wichtigsten Tips gegen Gewalt und für mehr Sicherheit im Alltag

Hier findest Du folgendes:

1. Gewaltsituationen im Alltag - Was tun?
2. Zehn prakische Tips gegen Gewalt und für mehr Sicherheit im Alltag
3. Noch mehr Infos zum Thema Gewalt

 


Gewaltsituationen im Alltag – Was tun?

Gewaltsituationen sind häufig von Gefühlen aufgeheizt und in ihrem Verlauf kaum berechenbar oder kontrollierbar. Eine Vorbereitung auf eine bestimmte Situation ist deshalb schwierig.

Oft können wir aber mehr tun als wir denken, denn Täter sind nicht unbedingt machtvoll, sondern wir machen sie mächtig, wenn wir schweigen oder nichts tun.

Denn: Täter suchen Opfer, keine Gegner!
Außerdem: 95 von 100 Gewalttätern geben im Vorfeld auf, wenn sie merken, dass da jemand auf der Hut ist.

Erfahrungsgemäß treffen Täter oft in Sekunden Entscheidungen, nur wenige sind von vornherein entschlossen und lassen sich meist durch mutiges Auftreten abschrecken. Wichtig ist darum, dass Menschen aus ihrer Opferrolle heraus gehen.
Wer angepöbelt und bedroht wird, muss sofort, energisch und unüberhörbar, verlangen: „Stopp, das will ich nicht!" Damit stellt man erst mal Distanz her und macht andere auf seine Not-Situation aufmerksam.

In der Regel sollte man sich aber nicht auf eine Konfrontation einlassen!
Es ist meistens klüger, den Belästigern aus dem Weg zu gehen: sich entfernen, andere Personen darauf aufmerksam machen und/oder Hilfe zu holen.

Beispiel 1:
Wenn Du auf dunkler Straße verfolgt wirst, sprich nicht den vermeintlichen Täter an, sondern verändern Deine Laufrichtung. Wenn Du weiterhin verfolgt wirst... =>Schrei laut und mache dadurch andere auf Dich aufmerksam. Die meisten Täter suchen dann oft schon das Weite.

Beispiel 2:
Wenn Du in der U-Bahn einer Gruppe Jugendlicher gegenüber sitzt, die ihre dreckigen Straßenschuhe auf den Sitzen verteilen...
=> Verzichte darauf, sie aufzufordern, ihre Füße herunter zu nehmen oder Dich in Ruhe zu lassen. Das provoziert nur. Steig lieber an der nächsten Station aus und teile Ihnen mit, dass Du das nicht okay findest und nimm dann möglichst Kontakt zum Zugführer auf, welcher in dem Fall Hausherr ist.

Beispiel 3:
Beobachtest Du wie ein Kind in der Schule gemobbt oder geschlagen wird, musst Du nicht unbedingt selbst eingreifen, aber...
=> Melde es einem Lehrer deines Vertrauens, erzähle es Deinen Eltern, wenn möglichst den Eltern Deines Mitschülers, dem so übel mitgespielt wird. Sprich mit Deinen Freunden und Mitschülern über das von Dir Beobachtete.

Beispiel 4:
Du bekommst mit, dass ein Freund von Dir zuhause geschlagen wird, beziehungsweise vernachlässigt wird.
=> Sprich mit Deinen Eltern darüber, überlege mit Ihnen zusammen was ihr tun oder wie ihr helfen könnt.

Beispiel 5:
Du beobachtest, wie eine alte Frau unsicher eine viel befahrene Straße überqueren möchte...
=> Biete ihr Hilfe an! Man begegnet jeden Tag vielen Situationen wo man helfen könnte, aber nichts tut. Auch da fängt das “Was Tun” schon an. Nicht erst bei Gewalt!

 

10 Praktische Tipps gegen Gewalt und für mehr Sicherheit im Alltag

1. Schau bei Straftaten nicht einfach weg, unternimm etwas!
Wenn Du in Gefahr gerätst, möchtest Du auch, dass Dir jemand hilft.
Handle deshalb anstatt nur zu reagieren oder gar nichts zu tun! Der Täter erwartet, dass Du nichts tust. Mach also das, was der Täter nicht erwartet

2. Stopp! Setze dem Täter so früh wie möglich Grenzen!
Oft genügt ein lautes Wort, um an einer gefährlichen Situation etwas zu ändern. Mach klar deutlich, wenn Du etwas nicht möchtest! Je früher desto besser!

3. Hilf, aber nur ohne Dich selbst in Gefahr zu bringen!
Wenn Du selbst in etwas verwickelt bist, kannst Du nur schlecht etwas bewirken! Werde nur dann aktiv, wenn Du Dir das zutraust und richte in dem Fall Deine Hilfe an das Opfer. Lass Dich nicht mit dem Täter ein!

4. Provoziere den Täter nicht und lass Dich nicht provozieren!
Bleibe sachlich und mache auf diese Weise andere Helfer aufmerksam.

5. Fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf und bleibe dabei höflich!
»Sie, der Herr mit dem roten T-Shirt, helfen Sie mir!«
»Sie, die Dame mit dem Regenschirm, holen Sie die Polizei!«

6. Organisiere Hilfe unter Notruf 110!
Entweder rufe selbst die Polizei über Notruf 110 an oder fordere Passanten auf, Hilfe zu holen. Auf vielen Bahnsteigen gibt es z.B. Notrufsäulen, über die jeder professionelle Hilfe anfordern kann.

7. Mach dem Opfer und dem Täter klar, dass Hilfe unterwegs ist!
Teile dem Opfer und dem Täter beispielsweise mit „….ich habe den Schaffner informiert!“ oder „…ich habe die Polizei schon angerufen!“

8. Beobachte genau und präge Dir Täter-Merkmale ein!
In welche Richtung ist der Täter gelaufen? Wie war er gekleidet? Wie groß war der Täter? Jedes Detail kann der Polizei helfen, den Täter zu überführen.  

9. Stell Dich als Zeugin/ Zeuge zur Verfügung!
Sorge mit deiner Aussage dafür, dass Straftäter überführt werden können.

10. Kümmere Dich um das Opfer!
Kümmere dich unverzüglich um verletzte Personen.
Leiste Erste Hilfe oder bitte jemand dies zu tun. Dies kann sehr wichtig sein.
Alarmiere den Rettungsdienst über Notruf 112.

noch mehr Infos zum Thema Gewalt

Mut gegen Gewalt
Definition, Tips, Projekte und Kontakte zum Thema Gewalt

Handeln in Gewalt- und Gefahrensituationen
Lernen in Gewaltsituationen richtig zu handeln, dabei nicht wegzusehen, sondern einzugreifen ist ein wichtiger Teilbereich der Gewaltprävention...

Polizei-Beratung
Die Polizei gibt hier Hilfestellung zu allen möglichen Fragen in Sachen Kriminalität und Gewalt...

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Fuer-Kinder-gegen-Gewalt steht unter dem Motto “Was Tun”

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Die Seite zum Thema des Jugend-Portlals "boyng" in Darmstadt

Sexualisierte Gewalt
Hier kommst Du zu Wildwasser Darmstadt, der Beratungsstelle für Mädchen und Frauen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben.

Weißer Ring
Ehrenamtliche Hilfe für Kriminalitätsopfer (Opferhilfe). Hier findest Du auch Ansprechpartner in Deiner Umgebung (Postleitzahlensuche)

Basta
Internetplatform gegen Gewalt

Wenn Du bei den ganzen Links nicht weiterkommst, kannst Du Dich auch gerne an einen Mitarbeiter in einer Jugendeinrichtung wenden, wie z.B. dem Internationalen Jugendzentrum in Darmstadt. Die Mitarbeiter dort organisieren z.B. auch Gewaltpräventionstage für Schulen, Jugendgruppen o.ä. und können Dir persönlich weiter helfen...

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